VIVE L’EUROPE PDF Drucken E-Mail

Wir freuen uns, in diesem Halbjahr zwei französische Schülerinnen an unserer Schule zu Gast zu haben.
Aoife und Pauline (rechts) sind die Austauschpartnerinnen von Merle (Klasse 9) und Mayla (Klasse 10); alle vier nehmen teil an  individuellen Austauschprogrammen des Deutsch-französischen Jugendwerks (DFJW), dem Programm Voltaire (6 Monate Aufenthalt im Gastland) und dem Programm Brigitte Sauzay (3 Monate Aufenthalt im Gastland).
Beide Programme richten sich an Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen in Deutschland und Frankreich. Ziel ist es vor allem, die Sprachkenntnisse zu verbessern und die Kultur des Gastlandes näher kennen zu lernen. Gleichzeitig ermöglicht die Teilnahme an einem solchen längeren Austausch den Erwerb wichtiger Schlüsselkompetenzen wie Selbständigkeit, Eigeninitiative, Aufgeschlossenheit und Toleranz.


Mehr als diese Kurzinformationen zum organisatorischen Rahmen sagen aber sicherlich die Beiträge von Aoife, Merle, Pauline und Mayla aus, die kurz ihre persönlichen Erfahrungen schildern:

Aoife: Ich bin Aoife und bin hier seit dem 12.02.17. Ich nehme an dem Voltaireprogramm teil. Dies ist ein 6 Monate langer Austausch, den ich mit Merle mache. In Frankreich wohne ich im Süden, in der Nähe von Montpellier.
Bevor ich hierhergekommen bin, hatte ich Ängste. Ich wusste nicht so viel über meine Gastfamilie, ich kannte niemanden, ich war wirklich allein. Was, wenn es nicht gut funktioniert? Was, wenn ich nichts mit meiner Austauschpartnerin gemeinsam habe? Doch sobald ich meine deutsche Familie kennengelernt hatte, war ich erleichtert.
Jetzt bin ich seit knapp 4 Monaten hier und klar, es gibt manchmal Schwierigkeiten. Frankreich und Deutschland sind sehr unterschiedlich: andere Sprache, andere Kultur, andere Leute. Man versteht nicht alles, man wundert sich, es ist so fremd. Im Unterricht geht es so schnell, man hat Angst, dass die Leute ungeduldig werden, wenn man langsam spricht und nicht alles sofort versteht.
Am Anfang musste ich mich an vieles gewöhnen: Nachmittags habe ich viel mehr Zeit als in Frankreich. Ich finde es richtig schön, dass man die Gelegenheit hat, Aktivitäten außerhalb der Schule zu machen. Essen war auch anders. In Frankreich bringt man keine Dose zur Schule und isst einfach morgens, mittags und abends. Auch wie man sich grüßt und wie man sich benehmen soll, war fremd für mich.
Doch ist es eigentlich nicht so schlimm. Man muss einfach offen sein und versuchen, den anderen zu verstehen. Ich habe wirklich Glück gehabt. Ich verstehe mich sehr gut mit Merle und ich bin in der Klasse gut aufgenommen worden. Ich habe super Leute getroffen und habe jetzt tolle Freunde hier. Ich habe die deutsche Kultur entdeckt und kann die Sprache gut sprechen. Ich bin so froh, dass ich diesen Austausch gemacht habe. Ich habe Sachen erlebt und erfahren, die ich nie vergessen werde.

Ich möchte allen, die das lesen, Folgendes sagen: So einen Austausch ist nicht einfach. Aber man lernt Sachen, die man nicht in der Schule lernen kann, Sachen, die man sein ganzes Leben behält.


Merle: Für mich war der Austausch bisher richtig schön. Ich habe das Gefühl, dass Aoife hier gut integriert ist. Wir verstehen uns sehr gut. Natürlich gibt es manchmal kleine Probleme, wenn plötzlich eine fremde Person komplett am Alltag teilnimmt und man immer zusammen ist; deshalb ist es auch gut, dass wir in verschiedene Klassen gehen, damit wir mal eine Pause voneinander haben.
Ich freue mich, dass Aoife bei uns ist, denn es ist schön, jemanden zu haben, der direkt bei einem wohnt und im gleichen Alter ist.
Das halbe Jahr ist nun fast vorbei und ich bereite mich auf meine Zeit in Frankreich vor. Ich frage mich oft, ob es die richtige Entscheidung war, ein halbes Jahr ist lang. Ich werde meine Zeit in Frankreich besser einteilen müssen, weil die Schule den ganzen Tag lang geht, und ich werde bestimmt erstmal nur wenig verstehen.
Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Ich freue mich auf Frankreich, für mich geht es an die Mittelmeerküste!



Pauline: Ich heiße Pauline, ich bin 15 Jahre alt, in Frankreich wohne ich in der Nähe von Paris und ich absolviere einen dreimonatigen Austausch in Deutschland (Programm Sauzay). Ich bin hier seit fast 2 Monaten.
Während des Austauschs wohne ich auf dem Land, am Anfang war es ein bisschen schwierig für mich, denn ich bin nicht gewohnt, immer auf den Fahrplan vom Bus oder Zug zu gucken, in der Tat gibt es in Paris alle 5 Minuten eine Metro, einen Bus oder einen Zug. Zudem habe ich hier viel mehr Freizeit, weil die Schule früher fertig ist, aber ich weniger Aktivitäten habe, manchmal scheint die Zeit lang zu sein.
Die Familie und die Klasse sind sehr gastfreundlich! Mit der Familie habe ich viele Städte besichtigt, wir sind nach Berlin, Bremen, Frankfurt und Hamburg am Wochenende und in den Ferien gefahren. Es war sehr schön, in Berlin und Bremen habe ich französische Freunden getroffen. Berlin ist die Stadt, die ich am liebsten gemocht habe. Meiner Meinung nach ist die Geschichte der Stadt sehr interessant! Außerdem ist es eine Großstadt, aber mit viel Raum und Farben, wo das Alte und das Neue zusammenleben. Es ist ein sehr interessantes Konzept zu sehen.
Hier bin ich in der 10. Klasse wie in Frankreich, meine Austauschülerin und ich sind nicht in der gleichen Klasse, aber es war kein Problem, um sich integriert zu fühlen. Meine Klassenkameraden sind sehr nett, wenn ich etwas nicht im Unterricht verstehe, gibt es immer jemanden, der mir es erklärt. Nach der Schule oder am Wochenende treffe ich meine Freunde, wir gehen Eis essen, gehen spazieren oder auf eine Party…
Ich bin der Meinung, dass das ProgrammSauzay eine sehr gute Erfahrung ist, um eine andere Kultur, ein anderes Schulsystem und eine andere Art des Lebens zu entdecken. Ich empfehle allen, einen langen Austausch im Ausland zu absolvieren, obwohl es ist  vielleicht schwierig ist, weit weg von der Familie zu sein, man lernt viel durch den Austausch.

Mayla: Meine Zeit in Frankreich während des Austauschs war sehr lehrreich für mich. Das Leben in der Familie, in der Schule und im Freundeskreis unterscheidet sich mehr von unserem, als ich vorher gedacht hatte.
Die Schule ist deutlich strenger. Man darf nicht auf die Toilette gehen oder besser gesagt: Die Schüler erwarten nicht, auf die Toilette gelassen zu werden, und die Lehrer erwarten gar nicht erst, dass die Frage gestellt wird. Ich finde, allein dieses Beispiel drückt die großen Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Schule aus.
Außerdem ist der Schultag deutlich länger. 16.30 Uhr war meistens Schulschluss, aber auch eine Stunde länger kam häufig vor. Da bleibt nach der Schule wenig Freizeit für Freunde.
Am Anfang fiel es mir ziemlich schwer, französisch zu sprechen, was mit der Zeit aber besser wurde. Generell habe ich in den drei Monaten wohl mehr gelernt als in drei Jahren Unterricht. Man muss einfach nur sprechen, der Rest kommt von allein.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. Juni 2017 um 13:48 Uhr